3000 Jahre Erfahrung - zeitgemäße Therapie ...

Ähnlich wie die Chirotherapie, die lange als Außenseitermethode galt und heute als Therapieverfahren allgemein anerkannt ist, findet die Akupunktur in den letzten Jahren immer mehr Anhänger. Sie stellt eine Methode dar, die seit über 3000 Jahren in China mit Erfolg bei zahleichen Erkrankungen angewandt wird. Die zunächst zögerliche Verbreitung der Akupunktur im Westen beruht darauf, daß die damit erzielten Heilerfolge nur durch die Erfahrung der behandelnden Ärzte und nicht nach westlich-wissenschaftlichen Maßstäben nachgewiesen wurden.
Zieht man aber in Betracht, wie viele schulmedizinisch anerkannte Methoden schon nach wenigen Jahren wieder verschwinden, so muss man doch es doch anerkennen wenn sich eine Heilmethode über tausende von Jahren zu halten.
Zwischenzeitlich hat eine Expertenkommission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Anwendung der Akupunktur bei über 40 Krankheiten empfohlen. In Amerika haben so anerkannte Institutionen wie die Federal Drug Administration (FDA) sowie die National Institutes of Health (NIH) die Wirksamkeit der Akupunktur bestätigt und ebenfalls ihre Anwendung bei bestimmten Erkrankungen empfohlen.
In Deutschland beginnt man erst jetzt unter Federführung einiger Krankenkassen in einem groß angelegten „Feldversuch“ die Wirksamkeit der Akupunktur nachzuweisen. In enger Kooperation mit Universitätskliniken findet unter dem Aspekt der Ganzheitsmedizin in einigen Krankenhäusern bei ausgewählten Erkrankungen auch die Akupunktur Anwendung.

Wie wirkt nun die Akupunktur ?

Nach der chinesischen Vorstellung wird der Körper von Leitbahnen, den sog. Meridianen durchzogen, die an der Körperoberfläche verlaufen und Verbindungen zu allen wichtigen Organen aufweisen. In ihnen zirkuliert die Lebensenergie „Qi“, die den Ausgleich zwischen den polaren Kräften „Yin“ und „Yang“ vermittelt. Durch das Stechen der Nadeln im Bereich dieser Meridiane kann der Fluß dieser Lebensenergie gesteuert, beschleunigt oder verlangsamt werden. Entsprechend kann ein Energiestau oder eine Fehlleitung durch die Nadelung beseitigt werden.
Moderne westliche Auffassungen gehen davon aus, daß der Nadelstich an den Nervenenden zu Stimulationen der Nerven, des Rückenmarks und des Gehirns führt und damit Schmerzimpulse unterdrückt werden können. Auch ist nachgewiesen, dass die wohltuende Wirkung der Akupunktur auf der Ausschüttung von Endorphinen, das sind Glückshormone im Bereich der Schaltzentren von Gehirn und Rückenmark, hervofgerufen wird.

Wie verläuft eine Akupunkturbehandlung ?

Der Arzt,der die klassische chinesische Akupunktur anwendet wird meist zwischen 10 und 15 Nadeln setzen, die 20 bis 30 Minuten verbleiben. Sie sind äußerst fein und biegsam und verursachen im Gegensatz zu Injektionsnadeln kaum Schmerzen. Beim Einstich der Nadeln spürt der Patient das sog. „Te-Chi“- Gefühl, das als Ziehen oder Wärmeempfindung beschrieben wird. Schon bald nach Setzen der Nadeln merkt der Patient eine wohltuende Entspannung, viele schlafen sogar ein.
Gesetzt werden Nadeln nicht nur im Bereich des schmerzenden Körperteils, sondern auch weit entfernt davon. Bei Kopf- und Nackenschmerzen z.B. im Bereich der Streckseite des Unterarmes oder der Rückseite des Fußes an den sog. Fernpunken der Leitungsbahnen respektive Meridianen, die Verbindung mit dem schmerzauslösenden Körperteil haben. Diese aus Erfahrung gewonnenen Erkenntnisse der alten Akupunkturärzte können wir vielleicht dann verstehen, wenn wir daran denken, dass z.B. eine Gallenblasenentzündung Schmerzen in der rechten Schulter (siehe auch sog. "Head´sche Zonen") oder ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule Schmerzen im Bein bis hinab zum Fuß verursachen kann (entsprechend dem vom jeweils betroffenen Nerven versorgten Gebiet).
Nach der klassischen Theorie kann der Arzt die Wirkung der Nadeln durch sog. Stimulation verstärken, dabei dreht er beispielsweise die Nadeln im und gegen den Uhrzeigersinn.
Nach Entfernung der Nadeln läßt sich die wohltuende Wirkung der Akupunktur ver- längern, wenn man den Tag ruhig und harmonisch ausklingen läßt.

Gibt es Nebenwirkungen ?

In der Hand des erfahrenen Akupunkturarztes ist der Einsatz der Nadeln weitgehend schmerzlos.
Bei richtiger Platzierung der Nadeln werden zudem keinerlei Schäden verursacht. Da die Wirkung der Akupunktur auf der Ausschüttung von körpereigenen Stoffen beruht und damit auf die Regulierung körpereigener Funktionen setzt, ist die Gefahr von Nebenwirkungen,wie wir sie von Medikamenten her kennen, gleich null.

Bei welchen Erkrankungen findet nun die Akupunktur Anwendung ?

Unter den Krankheitsbildern, die erfolgreich mit Akupunktur behandelt werden können, sind Schmerzzustände im Bereich des Skelettsystems (z.B. Nacken- und Rückenschmerzen, Tennisellbogen, Schulter-Arm-Syndrom etc.) zu nennen. Mit teilweise guten Ergebnissen wird die Akupunktur auch bei Heuschnupfen, Bronchitis, bestimmten Frauenleiden und der Suchtbehandlung angewandt. Eine besondere Domäne der Akupunktur stellen Kopfschmerzen dar.
So kann z.B. der Spannungskopfschmerz sehr oft durch eine Akupunkturserie beseitigt werden. Selbst stärkste Schmerzen, wie sie von Migräne oder Clusterkopfschmerz ausgelöst werden, erfahren oft zumindest eine deutliche Besserung.
Da die Wirkung der Akupunktur auf einer Regulierung körperlicher Funktionen beruht und nicht auf einer Reparatur bestimmter Körperteile, wird schnell klar, daß man mit ihr zerstörtes Gewebe nicht ersetzen kann. Ein komplett abgenutztes Hüftgelenk beispielsweise muß demnach weiter durch ein Kunstgelenk ersetzt werden.

Eine große Rolle zur Regulierung körpereigener Funktionen durch die Akupunktur spielt auch das private, soziale, berufliche und natürliche Umfeld. Nur wer mit sich und der Natur in Harmonie lebt wird optimal von der Akupunktur profitieren.

Wie finde ich den richtigen Akupunkteur?

Eine qualitätvolle Akupunktur setzt eine gute Ausbildung voraus. Ihr Arzt sollte also zumindest ein A-Diplom mit Abschlußprüfung bei einer anerkannten Akupunkturgesellschaft haben. Dieses Zeugnis wird er Ihnen gerne zeigen. Die Ärztekammern haben seit Juli 2004 die Bedingungen zur Erlangung der Zusatzbezeichnung "Akupuktur" festegelegt.

Private Krankenkassen übernehmen die Akupunktur. Zur Sicherheit kann man bei der eigenen Kasse vorher nachfragen.

Fast alle Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten zumindest teilweise. Meist ist hierzu ein Antrag vom Akupunkturarzt auszufüllen, der der Krankenkasse dann vom Patienten vorgelegt werden muß.

Aktuelles zum Thema Akupunktur

Großstudie 2005 belegt Wirkung der Akupunktur.

Akupunktur wirkt, ist sicher und erhöht die Lebensqualität nachhaltig. Zu diesem Schluss kommen die Wissenschaftler der Berliner Charité. Im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) werteten die Wissenschaftler über drei Millionen Akupunktur-Behandlungen aus. Am 20. April 2005 legten sie den mehr als 1 000 Seiten umfassenden Abschlussbericht der Öffentlichkeit vor.

In den vergangenen vier Jahren hatten rund 13 000 Ärzte im Auftrag der TK mehr als 360 000 Patienten mit Akupunktur behandelt; zwei Drittel davon waren Frauen. Das Durchschnittsalter der männlichen Patienten lag bei 53 Jahren, das der Frauen bei 49 Jahren. Es zeigte sich, dass viele Krankheiten, wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Allergien oder Wirbelsäulenschmerzen, langfristig mit Akupunktur besser gelindert werden konnten als mit der „normalen Schulmedizin“ alleine.

Das TK Modellvorhaben gibt zugleich Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit der Akupunktur. „Wir wissen jetzt, dass man mit Akupunktur in der Routineversorgung kein Geld sparen kann. Dennoch rechtfertigt der nachgewiesene hohe Nutzen die zusätzlichen Kosten“, meint Professor Dr. med. Stefan Willich, Direktor des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Berliner Charité.