Knochenschwund die Mediziner sprechen von Osteoporose darunter leiden über fünf Millionen Menschen in Deutschland. Jede dritte Frau nach den Wechseljahren und jeder fünfte Mann ab dem 50. Lebensjahr.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Osteoporose auf die Liste der 10 wichtigsten zu bekämpfenden Krankheiten gesetzt. Wenn nicht ausreichend viele Patienten behandelt werden, rechnen Experten mit einer Verdreifachung der osteoporotisch bedingten Frakturen bis 2050 - bedingt durch die demografische Entwicklung.
Ein gesunder Knochen befindet sich in einem kontinuierlichen Auf- und Abbauprozess. Bei der Osteoporose ist dieser Vorgang gestört. Der schleichende Abbau der Knochenmasse kann schon bei alltäglichen Aktivitäten zu einem Bruch führen. Am häufigsten betroffen sind Wirbelsäule, Hüfte und der Unterarm. Man schätzt, dass jährlich über 100.000 Brüche auf die Osteoporose zurückzuführen sind.
Frauen sind viermal häufiger betroffen als Männer. Frauen verlieren zwischen dem 40. und 70. Lebensjahr im Durchschnitt 40 % ihrer Knochenmasse. Männer lediglich 14 %.
Ein übernormaler Knochenschwund ist keine natürliche Folge des Alterns oder der Menopause, sondern eine komplizierte Stoffwechsel-Erkrankung des Knochengewebes. Tückisch ist, dass der Knochenabbau zunächst keine Beschwerden auslöst. Früherkennung ist deshalb für die Betroffenen entscheidend.
Ein Weg dazu kann die Knochendichtemessung sein, mit der das Bruchrisiko in bestimmten Bereichen des Skeletts bestimmt werden kann.
Leider gehört die Knochendichtemessung nicht zu den Standardleistungen der gesetzlichen Kassen. Wenn es gar nicht erst zur Osteoporose kommen soll, muss man sich selbst mit einem Facharzt über das individuelle Risiko unterhalten und ggf. eine Knochendichtemessung durchführen lassen.
Risikofaktoren sind Kalziummangel während der Schwangerschaft und der Stillzeit, Bewegungsmangel, Fehlernährung, Rauchen, Alkohol und die regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente. Auch entzündliche rheumatische Erkrankungen, Asthma und Herzerkrankungen können zum Entstehen einer Osteoporose beitragen.
Auch wenn es anstrengend ist: Aktivität und Mobilität kann helfen vorzubeugen. Darüber hinaus eine kalziumreiche Ernährung mit Produkten wie Käse, Milch, Joghurt. Wir haben für Sie auch eine Tabelle mit beispielhaften Ca-Werten für verschieden Nahrungsmittel.
Das ebenfalls unverzichtbare Vitamin D wird mit UV-Strahlung (Sonnenlicht) in der Haut gebildet.
Ist die Knochendichte schon grenzwertig zu niedrig, sollte man ein Kombinationspräparat mit 1500 Milligramm Kalzium und 1000 Einheiten Vitamin D pro Tag zu sich nehmen.
Früherkennung ist immens wichtig, um einer Osteoporose vorzubeugen. Wird sie nicht rechtzeitig diagnostiziert, bleibt sie unbemerkt bis zur ersten - osteoporosebedingten - Fraktur.
Die wissenschaftlich nachgewiesen validen (verlässlich) Methoden arbeiten mit Röntgenstrahlung. Es sind die sog. DXA-Methode und die computertomographisch bestimmte Knochendichte.
Das Frakturrisiko errechnet sich aus dem T-Score (gemessene Knochenmineraldichte), der sich auf die Knochenmineraldichte junger gesunder Erwachsener bezieht. Der Wert gibt die Erniedrigung der Dichte in Standardabweichungen (SD) an. Per Definition liegt bei einer Abnahme der Knochendichte um 2,5 SD eine Osteoporose vor. Mit jeder Standardabweichung steigt das Frakturrisiko um ca. das 1,5- bis 3fache. Verkompliziert wird die Thematik insofern, als bei Patienten mit gleicher Knochendichte das Frakturrisiko mit zunehmendem Alter steigt.
Die Knochendichtemessung als Vorsorgeuntersuchung ist leider keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Da die gesetzlichen Krankenkassen diese sinnvolle Vorsorgeleistung zur Erkennung der Osteoporose und Einleitung einer evtl. erforderlichen Therapie aus ihrem Leistungskatalog gestrichen haben, beraten wir Sie und nennen Ihnen die Möglichkeiten, eine aussagekräftige Vorsorgeuntersuchung durchführten zu lassen.
Aktiv gegen Osteoporose.
Neben der medikamentösen Therapie der Osteoporose ist die Bewegung ein unentbehrlicher Bestandteil der Rehabilitation. Gewichtsbelastende Tätigkeiten und Übungen beugen weiterem Knochenabbau vor. Diese "knochentrainierenden" Aktivitäten wie schnelles Gehen, Stiegensteigen, Joggen können in den Alltag eingebaut werden.
Ziel der Bewegung ist es, die Knochenstabilität zu verbessern, durch verbesserte Muskelkraft und Koordination Stürze und Frakturen zu vermeiden, eine größtmögliche Selbstständigkeit bei den Aktivitäten des täglichen Lebens zu erreichen und die soziale Eingliederung aufrechtzuerhalten bzw. wiederzuerlangen.
Zur Verbesserung der individuellen Sicherheit wird das Umfeld adaptiert. Bei Bedarf werden Hilfsmittel (z.B. Hüftprotektoren und Stöcke) eingesetzt. Medikamente, die Schwindel oder Müdigkeit verursachen, sind bei der Verordnung des Übungsprogrammes zu berücksichtigen und am besten abzusetzen. In einer Langzeitstudie über 10 Jahre konnte gezeigt werden, dass sich körperliche Aktivität auf den Gesundheitsstatus positiv auswirkt. Deshalb ist körperliche Aktivität zu fördern.