Schmerzlindernde Schallwellen ...

Radiale Stosswellen sind kurze Schallwellenbündel hoher Energie.

Sie werden über die Hautoberfläche in das menschliche Gewebe eingeleitet und breiten sich radial (kugelförmig) aus. Der Körper reagiert um die Schmerzzone mit einer erhöhten Stoffwechselaktivität. Dadurch werden Heilungsprozesse angeregt und beschleunigt.

1980 wurde die Stoßwelle zum ersten Mal bei der Entfernung von Nierensteinen eingesetzt. Damit wurde die Nierensteintherapie revolutioniert. Seit 1985 werden auch Steine in anderen Hohlorganen wie der Galle, dem Pankreas oder der Bauchspeicheldrüse erfolgreich per Stoßwelle behandelt. Wirkungsweise und physikalische Grundlagen der Stoßwelle sind hinreichend wissenschaftlich untersucht und werden allgemein anerkannt, auch wenn es bis heute keine allgemeingültige Erklärung dafür gibt, wie der Effekt wirklich zu Stande kommt. Seit 1998 wird neben der konventionellen Stoßwelle auch die so genannte radiale Stoßwellentherapie eingesetzt. Der Überbegriff für alle Methoden der Stosswellentherapie im Bereich der Orthopädie lautet "Extrokoporale Stosswellentherapie" (ESWT).

Wenn von den Fachgesellschaften auch immer wieder gefordert, gibt es bislang keinen bundesweit einheitlichen Fachkundenachweis für die Stoßwellentherapie. In den orthopädischen Fachgesellschaften besteht jedoch Konsens darüber, dass die extrakorporale Stoßwelle nur durch einen Facharzt für Orthopädie oder Chirurgie mit der Zusatzbezeichung Unfallchirurgie ausgeführt werden kann.

Im Gewebe bewirkt die Stosswellentherapie:

Der Orthopäde lokalisiert die Schmerzzone. Danach erfolgt die Behandlung mit der Stosswellentherapie. Hierbei fährt der Arzt mit dem Stosswellen-Applikator über die Schmerzzone. 

Wann können Sie damit rechnen, schmerzfrei zu sein?

In der Regel erstreckt sich die Therapie über ein bis fünf Sitzungen von zehn bis fünfzehn Minuten. Bereits acht bis zehn Tage nach der ersten Behandlung ist bei den meisten Patienten eine bleibende Schmerzlinderung zu beobachten.

Die Stoßwellentherapie hat in Deutschland seit ca. 10 Jahren in der täglichen Praxis ihre hohe Wirksamkeit bei der Behandlung bestimmter orthopädischer Krankheitsbilder unter Beweis gestellt. Bei den Standardindikationen (Kaltschulter, Fersensporn und Tennisellbogen) hat die ESWT wissenschaftlich nachgewiesene Erfolge. Je nach Krankheitsbild, Studie und Studiendesign konnten zwischen ca. 50% und 85% gute und sehr gute Erfolge erreicht werden.

Besonders bemerkenswert sind diese Erfolge deshalb, da die ESWT immer nur dann zur Anwendung kam, wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten vollständig ausgeschöpft waren und nur noch die Operation als letztes Mittel neben der Stoßwellentherapie in Betracht kam.

Die häufig gestellte Frage nach möglichen Nebenwirkungen kann guten Gewissens verneint werden. In seltenen Fällen sind lokale Blutergüsse oder eine kurzzeitige Verstärkung des Schmerzes beobachtet worden, andere Komplikationen wurden bisher nicht beschrieben.

Einsatzbereich:

Was kostet die Therapie?

Für den Arzt ist ein relativ hoher zeitlicher Behandlungsaufwand erforderlich. Die Durchführung der ESWT ist eine rein ärztliche Tätigkeit, die nicht auf Hilfskräfte übertragen werden kann. Die Abrechnung erfolgt entsprechend der Privatärztlichen Gebührenordung GOÄ unter Berücksichtigung der Festlegungen und Empfehlungen der Bundesärztekammer und der DIGEST. Privatversicherungen werden unter Zugrundelegung ihrer Vertragsbedingungen in der Regel die Kosten übernehmen, hierzu sind sie in einem in ähnlicher Sache ergangenen Urteil des BGH (Bundesgerichtshofes) ausdrücklich verpflichtet worden (AZ: IV ZR 278/01 vom 12.3.03). Gesetzliche Krankenkassen werden die Kosten in keinem Fall übernehmen. Für die Versicherer hat bzw. hätte die ESWT große finanzielle Vorteile, wird doch praktisch in allen Fällen eine Operation vermieden, die fast immer höhere Kosten verursachen würde.

Zudem verursacht die Stoßwellentherapie praktisch keine Ausfälle durch Krankheitszeiten, wie sie durch Krankenhausaufenthalt, Nachbehandlung und Schonung nach der OP regelhaft entstehen. Die so entstehenden Kostenvorteile können nur annähernd geschätzt werden, sicher überschreiten sie in der Regel die Behandlungskosten durch Stoßwellentherapie bei weitem. Um so unverständlicher ist es, dass die gesetzlichen Krankenkassen noch immer die Kostenübernahme ablehnen. Die hierfür angeführten Gründe eines fehlenden wissenschaftlichen Nachweises der ESWT können getrost als historisch überholt betrachtet werden. Die mit einer alternativ durchgeführten Operation und Narkose entstehenden Risiken werden unverständlicherweise dabei bewußt ignoriert.

Die Stoßwellentherapie ist ein praktisch risikoloses, schmerzarmes und erfolgreiches Therapieverfahren zur Behandlung weit verbreiteter orthopädischer Krankheiten. Als Patient sollte man immer darauf achten, dass die Behandlung von einem in der Methode erfahrenen Arzt persönlich durchgeführt wird.